Modellhubschrauber warten – Fliegen ist nicht alles
wer einen Verbrenner-Modellhubschrauber fliegt, kommt um die Reinigung des Helis nicht herum. Bei der Gelegenheit wird dann oft auch das Wichtigste überprüft.
Anders beim Elektrohelikopter: Der ist schließlich sauber – also ab damit in die Kiste. Vor dem nächsten Flug passiert dann auch nicht mehr viel, außer Akku laden natürlich…
Dabei wären viele Abstürze vermeidbar, wenn der Elektroquirl mit der gleichen Aufmerksamkeit gewartet würde, die beim Verbrenner selbstverständlich ist.
Im Folgenden einige Hinweise zu den verschiedenen Themen.
Vor dem Flug
Die 2,4GHZ-Technologie ist weiter auf dem Vormarsch. Wer noch einen 35MHZ-System nutzt, sollte sich nach wie vor mit den anderen Piloten verständigen – Abstürze durch Doppelbelegung sind besonders ärgerlich.
Dann die eigene Fernsteuerung überprüfen. Alle aktiven Flugzustände sollten auf „aus“ stehen. Vorteilhaft ist es, wenn alle Kippschalter beim Abflug in einer Richtung stehen, das vermeidet Fehler.
Nächste Falle: Ist das richtige Modell an der Fernsteuerung eingestellt? Der falsche Modellspeicher hat schon viele Helis das Leben gekostet.
Übrigens sollte man sich nicht auf die Schutzmechanismen im Regler verlassen. Moderne Regler verhindern zwar in der Regel das versehentliche Hochfahren des Helis, aber nicht immer.
Deshalb gilt nach wie vor die alte Regel:
Erst Fernsteuerung an, dann Modell anklemmen! Und umgekehrt eben „erst Modell aus, dann Fernsteuerung“.
Vor dem Start empfiehlt sich eine kurze Kontrolle der Funktionen: Haben Gyro, Regler und wenn vorhanden, Zusatzsysteme korrekt initialisiert? Reagiert Taumelscheibe und Heck richtig auf Steuerbefehle?
Es empfiehlt sich, den Heli etwas auf Touren zu bringen, damit man ansatzweise die Reaktion auf Nick/Roll/Pitch/Gier – Befehle sehen kann.
Aprés-Flight-Show
Sicherlich nimmt nicht jeder Modellflieger den Heli nach jedem Flug in die große Revision. Von Zeit zu Zeit sollte aber ein Check stattfinden.
Einige Fehler sind auf den ersten Blick zu erkennen, so man ihn denn wirft:
- Haben sich Komponenten gelöst?
- Sind Kabel durchgescheuert?
- Gibt es lose Schrauben?
- Ist das Getriebe in Ordnung? Besonders das Hauptzahnrad auf Karies (ausgefallene Zähne
) kontrollieren. - Der Zahnriemen verdient die besondere Aufmerksamkeit seines Herren. Ist die Spannung in Ordnung? Im Zweifel lieber zu locker, als zu fest. Auch hier Dentalcheck auf Zahnausfall. Riemen mit Ausfransungen oder größeren Abnutzungen gehört getauscht.
Übrigens sollte man Schraubverbindungen nicht durch weiteres Anziehen prüfen: Das zerstört möglicherweise den Halt zwischen den Gewinden. Besser ist es, mit viel Gefühl in Richtng „Auf“ zu drehen. Widersetzt sich die Schraube, ist alle in Ordnung. Sich lösende Schrauben sollten mit Sicherungslack neu eingesetzt werden. Natürlich hat der Sicherungslack nur bei Metall-in-Metall Verschraubungen etwas zu suchen. Metall-in-Kunststoff braucht nicht “gesicherungslackt” werden.
Auch die elektronischen Komponenten müssen natürlich überprüft werden.
Ein loser Kreisel wäre natürlich sofort aufgefallen. Trotzdem kontrollieren – den Spruch mit der Apotheke und dem Pferd kennt ja jeder.
Viel öfter sind Schäden an den Servos. Sich ankündigende Versager sind oft als Knacken oder Reiben wahrnehmbar. Hierzu den Servoweg durchfahren, und dabei leicht gegenhalten. Am einfachsten geht das ganz normal mit der Fernsteuerung. Servos mit ungewöhnlicher Geräuschkulisse sofort tauschen oder reparieren. Achtung, vorher unbedingt den Motor abklemmen oder vom Hauptzahnrad abrücken!
Natürlich ist man vor Überraschungen nie sicher. Aber wer die obigen Punkte regelmäßig erledigt, wird wesentlich seltener überrascht.